Wir leben in einer Zeit, wo die Kräfte des Guten im Menschen nur gestärkt werden können in der aktiven Auseinandersetzung und Erkenntnis des Bösen. Der gute Wille allein ist jedoch dazu nicht ausreichend. Unser Alltagsbewusstsein ist nicht im Stande, die betreffenden geistig-wesenhaften Zusammenhange hinreichend zu erfassen und im gegenwärtigen Leben wieder zu erkennen. Rudolf Steiner hat im Verlauf seines anthroposophisch-geisteswissenschaftlichen Wirkens innere und äußere Urteilsgrundlagen geschaffen, die uns einen Weg weisen zur wahren Erkenntnis des Bösen, wenn wir Übende werden im Geist-Erkennen; wenn wir gewillt sind, ausgehend von unserem gesunden Menschenverstand, diesen so zu entwickeln, dass er sich verwandelt in übersinnliches Erkennen. Es wäre vermessen von bereits Erreichtem zu reden. Der Weg beginnt jedoch mit dem ernsten und intensiven geisteswissenschaftlichen Studium. Das Erkennen beginnt vor dem übersinnlichen Schauen. Selbst das Schauen muss vom geschulten Denken geprüft werden. Insbesondere hilfreich und tief ergreifend zum Thema „Erkenntnis des Bösen – Ahriman erkennen“, sind die vermächtnishaften, geradezu apokalyptischen Darstellungen Steiners im Rahmen seiner esoterischen Karmabetrachtungen nach der Weihnachtstagung im Jahr 1924.
Mit diesen will ich mich in meinem Vortrag am 5.12. schwerpunktmäßig auseinandersetzen, weil durch sie der Bogen in die Gegenwart gespannt wird, beziehungsweise gespannt werden kann.
Die Betrachtung setzt Grundkenntnisse der Anthroposophie voraus; dennoch wird versucht, auch diejenigen zu erreichen, die erst mit anfänglichen Kenntnissen ausgestattet sind.
Ahriman erkennen – eine michaelische Notwendigkeit
Volker Frankfurt:
Berlin

