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ANTHROPOSOPHIE

 

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Was ist Anthroposophie?

Inhalt

Zu Rudolf Steiner
Kleine Einführung in die Anthroposophie
Die Sicht auf die Welt, auf die „Schöpfung“
Der Blick auf den Menschen
Die Natur
Gott und Religion
Das Leben nach dem Tode, Reinkarnation und Karma
Zum Sinn des Lebens
Anthroposophie und Naturwissenschaft
Anthroposophie und Kirche
Wie kann man zur Anthroposophie kommen

 

Anthroposophie ist eine Lehre, die das „Übersinnliche“, das Transzendente, das, was die Philosophen seit 2700 Jahren als Metaphysik bezeichnen, als eine neue verstehbare Wissenschaft begründet. Was über Jahrtausende für das menschliche Bewusstsein nicht erfassbar war, wird in der Anthroposophie nun als eine „geistige Wissenschaft“ geschaffen.
Deshalb sagt Rudolf Steiner: Anthroposophie will das Geistige des Menschen mit dem Geistigen des Kosmos verbinden. Das „Geistige“ ist hierbei nicht etwas Unklares, etwas nicht Erreichbares, sondern ein ganz Reales, das hier im Leben ständig gegenwärtig ist. Das Geistige ist unser eigentlicher Wesenskern und zugleich der reale Grund der Welt und des Kosmos.
Geist ist die Ursubstanz, aus der alles geworden ist.
Das Ziel der Anthroposophie ist,
Menschen und alle Dinge der Welt „ganzheitlich“, nämlich als Materie und Geist zu erkennen.

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Zu Rudolf Steiner als Begründer der Anthroposophie:

Rudolf Steiner wurde 1861 in Österreich /Ungarn geboren. Er studierte an der technischen Hochschule in Wien Mathematik, Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften, schöne Wissenschaften sowie Literaturgeschichte. Darüber hinaus belegte er an der Universität Wien Philosophie. In dieser Disziplin erlangte er seinen Doktorgrad in Erkenntnistheorie.

Schon als Kind besaß er die außergewöhnliche Fähigkeit, Geistiges, welches für uns unzugänglich ist, zu schauen. Dies bildete er immer weiter aus, so dass er später konkrete geistige Forschungen entwickeln und wissenschaftlich darstellen konnte.

Seine Intention war, Naturwissenschaften und seine umfassenden „geistigen Schauungen“ zu einer Einheit zu verbinden. Dies begann er in der theosophischen Bewegung, die im 19. Jahrhundert die erste Institution war, das „unnahbare Geistige“, das „Transzendente“ als konkretes Wissensgebiet, ersten kleineren Menschengruppen nahe zu bringen.

Daraus resultiert später sein umfangreiches anthroposophisches Werk, in dem er nicht in der gewohnten Form vorhandenes Wissen interpretierte, sondern indem er viele geistige Richtungen der Jahrhunderte zusammenfasste und auf neuem Niveau entwickelte.

Rudolf Steiner starb mit 64 Jahren. Er hinterließ ein umfassendes Werk von 350 Büchern, in nahezu allen Fachgebieten und zudem eine weltweit agierende anthroposophische Bewegung sowie viele Tochterunternehmen, die seine Ansätze aufnehmen und sie bis heute umsetzen.

 

Kleine Einführung in die Anthroposophie

Wir leben heute in einer Zeit eines großen Umbruchs. Die Welt wächst nicht nur zusammen, wird global und weitschauend, wo vorher nationales Denken und regionale Sicht im Vordergrund standen, sondern die Menschen selbst verändern sich sichtbar, indem in ihnen immer mehr eine Individualität hervortritt, eine eigenständige Persönlichkeit, die einerseits sich selbst finden und verstehen will, andererseits danach sucht, welches der Sinn des Lebens ist.

In diesen fundamentalen Vorgängen zerfallen Gruppen, ganze Völker, Werte und lange Traditionen versinken in die Bedeutungslosigkeit. Religionen haben größte Schwierigkeiten, den Menschen ihre wahren Inhalte und die Bedeutung zu erklären. Wir sind an einer Schwelle angelangt, an der das Vergangene nicht mehr weiterhilft. Ganz neue Ideen, bzw. ganz praktische Ansätze aus neuen Ideen sind erforderlich. Das „Alte“ hat ausgedient. Die Menschen warten auf ein „Neues“, das die extremen Probleme unserer Zeit aufnehmen kann und Lösungen auf erweitertem Niveau anbietet.

Aus einem tiefen geistigen Impuls heraus wurde vor ca. 100 Jahren von Rudolf Steiner die Anthroposophie gegründet, die das Ziel hatte, die unnahbare Metaphysik, die Lehre vom nicht erreichbaren Übersinnlichen, den Bereich des „Glaubens“, als eine konkrete Wissenschaft darzustellen. Nicht mehr für den Menschen unzugänglich, wie fast alle großen Denker meinten, sondern erklärbar und „denkbar“.

Dies begann er in der „Theosophischen Bewegung“, die zur damaligen Zeit das einzige Forum war, über derartiges zu reden. Je mehr er dies jedoch durch seine außergewöhnlichen Gaben weiterentwickelte, erkannte er deren Einschränkungen für ein abendländisches Verstehen, denn die Theosophie war fernöstlich, buddhistisch orientiert. Rudolf Steiner wollte jedoch für seine spirituelle Lehre ein christliches Fundament schaffen, das zudem naturwissenschaftliche Prinzipien mit einbezieht. So wandelte er in einem jahrelangen „Prozess“ die theosophischen Ansätze so um, dass er die Anthroposophie als abendländische „geistige Wissenschaft“ begründen konnte.

Schon im Namen wird die Mission der Anthroposophie erkennbar, nämlich Anthropos – der Mensch – und Sophia – die Weisheit. Anthropos-Sophia ist somit ein geistiger Vorgang, in dem sich die Menschheit mit der höchsten „Weisheit des Alls“ (dem Transzendenten) verbinden kann. Was heute nur Verstand ist, soll Weisheit werden, um dadurch in die höchsten Regionen des Verstehens aufzusteigen, die der Wissenschaft noch nicht zugänglich sind. Diese höhere Weisheit wurde seit Jahrtausenden mit „Sophia“ bezeichnet und man versteht in fast allen Religionen und Philosophien darunter ein Teil aus dem Wesen Gottes.

Damit ist die Anthroposophie eine Weisheitslehre, die der Menschheit an der Schwelle zum neuen Jahrtausend höhere Wissensinhalte geben wollte, um die vor ihr liegenden fundamentalen Aufgaben bewältigten zu können. Unsere Verstand und unsere Naturwissenschaften sind die Voraussetzung dazu. Das ist der Grund, weshalb die Anthroposophie alle Gebiete des Wissens ergreift und sie mit neuen geistigen Inhalten bereichert.

 

Aus der Anthroposophie sind mittlerweile viele Tochterbewegungen hervorgegangen, die im praktischen Leben ganz neue Arbeitsfelder erschließen, indem sie sie mit geistigen Inhalten erweitern. Diese sind:

Medizin, Ernährung, Therapeutik, Pharmazie, Christologie, Pädagogik, Therapie, Kunst, Architektur, Landwirtschaft,  soziale Wirtschaftsprinzipien sowie Gesellschaftsentwicklung.

 

Was sind die wesentlichen inhaltlichen Eckpfeiler der Anthroposophie?

 

A) Die Sicht auf die Welt, auf die „Schöpfung“:

Alles im Kosmos und unserer Welt ist Materie und Geist! Wo Materie ist, ist immer auch Geist. Geist ist das Primäre, der Ursprung, aus dem alles Materielle entstanden ist.

Die Welt und alles in ihr enthaltene ist geistigen Ursprungs, ist also nicht aus einem „materiellen Urknall“ entstanden, sondern aus einem göttlichen geistigen Schöpfungsprozess.

Aus der erweiterten Sichtweise der anthroposophischen Geisteswissenschaft werden Zusammenhänge und Details der Schöpfung erklärt, die zu einem tieferen Verständnis der gesamten Weltentwicklung und aller Religionen führen. Nicht nur die Geschichte der letzten 15.000 Jahre wird beschrieben, sondern auch Epochen davor, die uns gänzlich unbekannt sind (z.B. Atlantis, Lemurien). Durch die Inhalte der Anthroposophie kommen wir zu einem erweiterten Wissen aller Zusammenhänge, die mit unserem Dasein zu tun haben.

 

B)  Der Blick auf den Menschen als ein „Geistwesen“:

Der Mensch ist keine physikalische, biologische und chemische „Maschine“, in der alles materiell abläuft, sondern ein „Wesen“, das nur vorübergehend, - also im Leben -, einen menschlichen Körper trägt. In diesen sind eingeschlossen eine unsterbliche Seele und ein ewiger Geist, so dass der Mensch, Körper Seele und Geist ist. Der Körper zerfällt mit dem Tode, Seele und Geist bleiben erhalten und leben in der geistigen Welt des Kosmos weiter, nicht anonym, sondern konkret als eine Individualität, als persönliches ICH. Unser ICH ist ein Geistwesen.

Durch diese, im menschlichen Leib eingeschlossene Geistseele, kann der Mensch auf Höheres zurückgreifen, wenn er sie schult. Rudolf Steiner war ein Mensch, der diese neuen Geistorgane ausgebildet hatte und sie waren ihm dadurch Träger für seine umfangreichen geistigen Fähigkeiten. Menschen mit derartigen Fähigkeiten nennt man Universalgelehrte oder „Eingeweihte“.

 

 

C) Die Natur:

Die Natur ist der Ausdruck des Schöpfungsplanes des Vatergottes. Ihre unendliche Vielheit ist Darstellung seines Wesens. Gott erschuf sie aus sich selbst mit dem Ziel, als Höhepunkt den Menschen darin hervorzubringen. Natur heißt: Mineralien, Pflanzen, Tiere und dann der Mensch als die Blüte, die Zusammenfassung von allem. Deshalb ist der Mensch in seinem Inneren das geheimnisvolle Abbild der Natur und letztendlich Gottes. Wollen wir die Natur begreifen, müssen wir auf die inneren Geheimnisse des Menschen sehen, wollen wir den Menschen verstehen, ist die Natur der Lehrmeister. Beide bedingen sich gegenseitig.

Die Natur ist aus anthroposophischer Sicht ein „lebendiger Organismus“, bestehend aus vielerlei unsichtbaren geistigen Wesen und unsichtbaren Kräften, die in den verschiedenen Elementarbereichen wirken: Boden, Wasser, Luft und Licht/Wärme.

In der langen Vergangenheit der Menschheit konnten die darin wohnenden Kräfte und Wesen vom Menschen wahrgenommen werden. Man war in der Lage, sich mit ihnen zu verständigen und dies zur Bereicherung des Lebens einzubringen.

Gelingt es dem Menschen diese wieder zu ergreifen, sie zu verstehen und danach zu handeln, kann er der Natur wahrhaft dienen und ihren Auftrag richtig erfüllen.

 

D) Gott und Religion:

Unsere mitteleuropäische religiöse Grundlage ist das Christentum, das sich in der vergangenen 2000 Jahren zu dem entwickelt hat, was wir heute vorfinden. Lange Prozesse des Denkens und Verstehens sind vorausgegangen. Viele Theologen, Philosophen und Mystiker haben 2000 Jahre lang das kurze Wirken des Jesus von Nazareth, der durch die Jordantaufe zum Christus wurde, hinterfragt und erklärt.

Anthroposophie hat in diesem neuen Begreifen ihre zentrale Aufgabe. Eine große Epoche der geistig/religiösen Entwicklung der Menschheit ist abgeschlossen. Nun muss „Neues“ kommen, um den begonnenen Weg der christlichen Religion und ihrer Wissenschaften fortzusetzen. Diesen Zukunftsweg bezeichnet man als esoterisches Christentum, denn das Christentum, das wir heute vorfinden, ist erst ein Anfang auf dem noch langen Weg zu einem reinen inneren Christentum.

Das Christentum ist eine „lebendige“ Religion, die den Logos, den Christus als konkretes geistiges Schöpferwesen im Mittelpunkt hat. Sein Impuls für die Menschheit ist nicht etwas Statisches, sondern er lebt als geistiges Wesen unter der Menschheit und bewirkt ihre Weiterentwicklung.

 

E) Das Leben nach dem Tode, Reinkarnation und Karma

Ein besonderer Schwerpunkt der anthroposophischen Wissenschaft ist eine christliche Reinkarnationslehre, die Rudolf Steiner aus seinem erweiterten Wissen vollkommen neu beschrieben hat. Danach ist es so, dass jeder heute lebende Mensch in der vergangenen Menschheitsentwicklung, schon viele Male da war. Alle Menschenseelen haben die Entwicklung von der am Anfang einfachsten Seelenverkörperung zu dem hoch entwickelt, was wir heute sind. In jeder bedeutenden Kultur haben die heutigen Seelen gelebt und jedes Mal etwas aufgenommen, was sie in der Evolution weitergebracht hat.

Dabei haben sich die Körper dieser Menschenseelen dem jeweiligen seelisch geistigen Stand der Zeit angepasst. Das heißt, mit anwachsender seelisch geistiger Fähigkeit, veredelte sich die Körperlichkeit.

Auch die Religionen und die ihnen vorausgehenden Mysterien gingen mit diesem Prozess einher, so dass man Religionen nicht als Konkurrenz sehen kann, sondern als jeweilige Ergänzungen. Eine neue ergänzt die vorherigen. Alle zusammen ergeben eine tiefe göttliche Darstellung und Sinnhaftigkeit des umfassenden Schöpfungsplans.

Im Rahmen dieser aus dem Christentum formulierten Reinkarnationslehre, wirkt das Karma, das „Schicksalsgesetz“. Karma besagt, jede Tat, jeder Gedanke des Menschen, hat eine Folge bzw. eine Konsequenz im Werdeplan Gottes, denn es geht nichts verloren und verlangt einen Ausgleich. In einem „Weltgedächtnis“ (Akasha) wird alles was auf der Erde geschieht, aufbewahrt. Dieses geistige Weltgedächtnis ist die Grundlage für den ausgleichenden Plan des Karma.

Wenn die Menschen beginnen, sich mit diesem Gesetz auseinanderzusetzen, wird die Karmalehre dazu führen, dass nicht mehr aus Angst, aus Vorschriften oder Mahnungen gehandelt wird, sondern durch freie Einsicht in die jeweiligen Folgen der Taten. Dies hätte „heilende“ Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen unter den Menschen und gilt natürlich übergreifend über alle religiösen Strömungen der Erde.

 

F) Zum Sinn des Lebens:

Durch unseren heutigen Alltag sind wir intensiv in das äußere Leben eingespannt. Noch nie war eine Menschheit, wie unsere westliche, von Religion und Schöpfung so weit entfernt, wie in unserer Zeit. Die Menschen der östlichen Welt sehen uns als „Ungläubige“, weil wir nur Wirtschaft und Freizeitvergnügen kennen, und dadurch unsere „Lebensaufgaben“ im göttlichen Plan nicht erfüllen. Ein altes jüdisches Sprichwort lautet: „Das Vieh gedeiht nur unter dem Auge des Herrn“. Das meint, dass für Gemeinschaften, Völker und Gruppen, das wahre Heil auf Dauer nur entsteht, wenn man sich den Gesetzen und Notwendigkeiten Gottes bzw. des Schöpfungsplans hinwendet. Früher wurde das durch „religiöse Gesetze“ erzeugt. Heute muss es in freiem Verstehen erfolgen und darf nicht mehr mit Gewalt und Druck zu den Menschen gebracht werden.

Der Mensch ist seit etwa 100 Jahren vermehrt für sich allein verantwortlich. Er hat den Geist, den Verstand und das Wissen, mit denen er alles erfassen kann, was notwendig ist. In seinem Willen liegt der Schlüssel, das, was er erkennt, zu tun. Der alte Spruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“, wird damit verständlich. Auch unser Berufs- und Privatleben muss wieder in die Gesetze Gottes eingebunden werden, denn sie haben sich heute davon vielfach gelöst. Wenn das nicht erfolgt, wird die ungerechte Verteilung von Wohlstand und Gerechtigkeit weiter zunehmen. Denn jeder Mensch hat eine Berechtigung  und eine spezifische Aufgabe in der Menschheit  …..alle sind gleich, gleich in ihren Rechten und Pflichten, jedoch nicht in ihren Fähigkeiten und Talenten.
Anthroposophie will hier bewusstseinsbildend wirken und Lösungswege aufzeigen. Rudolf Steiner entwickelte dazu die „Soziale Dreigliederung“. Sie zeigt, wie Zukunftsgesellschaften gestaltet werden müssen:

 

Freiheit im geistigen und kulturellen Leben,
Gleichheit im Rechtsleben, im menschlichen Miteinander und Brüderlichkeit bzw. Solidarität im Wirtschaften.

 

G) Anthroposophie und Naturwissenschaft

Anthroposophie sieht sich als „Ergänzung“ zu den Naturwissenschaften. Sie will dem materiellen Wissen die unsichtbaren geistigen Aspekte hinzufügen d.h.,  scharfes Denken in Verbindung mit modernen naturwissenschaftlichen Vorstellungen, angewendet aber auf die über uns liegende unsichtbare geistige Welt, ist der zukünftige notwendige Weg. Anthroposophie will mit den Forderungen der Gegenwart rechnen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Deshalb will Anthroposophie heruntersteigen von den geistigen Höhen bis zur Erfassung des dem Menschen im Alltag Notwendigen, als eine „neue Wissenschaft“.

Der Hintergrund: Naturwissenschaft begreift das Physische, das Sichtbare, die Materie; Anthroposophische Wissenschaft „das Geistige“, das Unsichtbare. Sie will zudem das „Lebendige“ erklären, welches eine Folge des Geistigen ist. Nur unter der Vereinigung von Geistes-Wissenschaft und Naturwissenschaft auf religiöser Grundlage, kommen wir zu einer umfassenden Einsicht und können die Kluft zwischen Sinneswelt und geistiger Welt überbrücken.

Das Ziel: jede zukünftige Wissenschaft muss die Erhöhung der Daseinswerte des Menschen zum Ziel haben. Das geht letztendlich nur in ihrer Synthese.

Wir werden erst richtige Physiker und Chemiker werden, wenn wir neben den materiellen Stoffen, imaginative Stoffe und Kräfte, die hinter den materiellen liegen, zum Maßstab der Naturvorgänge machen“.

 

Wie kann man zur Anthroposophie kommen?

Da Anthroposophie eine dogmenfreie Lehre ist, gibt es keine Vorschriften und Vorgaben, wie man sich den Inhalten nähern kann.

Der Weg geht in der Regel über die Lektüre der Schriften Steiners, die man im Buchhandel erwerben kann. Man kann durchaus mit jedem der vielen Themen anfangen und dann seinem inneren Impuls nachgehen.

Es ist aber auch sinnvoll, mit einigen grundlegenden Werken zu beginnen, die in die Begriffe, die genauso neu sind wie die Inhalte, einführen und zu veränderten Denkgewohnheiten anregen.
Solche grundlegenden Schriften sind z.B.:

Die Theosophie (die Weisheit von Gott)
Die Geheimwissenschaft im Umriss,
Das Christentum als mystische Tatsache,
Wie erlangt man die Erkenntnis der höheren Welten,
Die Philosophie der Freiheit oder
Mein Lebensgang.

In allen größeren Städten gibt es sogenannte „Zweige“ der Anthroposophischen Gesellschaft, in denen die Mitglieder der anthroposophischen Bewegung zusammenkommen. Neben regelmäßigen Zusammenkünften werden auch Vorträge, Aufführungen, Arbeitskreise und Initiativen angeboten.

In Dornach bei Basel ist das Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft, welches eng mit den einzelnen „Zweigen“ der verschiedenen Länder zusammenarbeitet. Das Goetheanum, ihr Zentralbau, beherbergt die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit den einzelnen wissenschaftlichen Fachbereichen (Sektionen).

 

 

 

„Die Größe und Herausforderung unserer Zeit besteht darin, dass jeder einzelne Mensch vor der Aufgabe steht, sich selbst Leitlinien für sein Handeln und Denken zu geben, will er sich in den Angeboten der materiellen Welt nicht verlieren. Dabei bricht häufig das Bedürfnis auf, ein bewusstes Verhältnis zur geistigen Welt zu gewinnen.

Eine Erkenntnisart zu entwickeln, durch die die Wirklichkeit einer geistigen Welt erfahren werden kann und die in ihrer inneren Gediegenheit der Naturwissenschaft verwandt ist – das war die Lebensleistung Rudolf Steiners (1861 – 1925) Die von ihm entwickelte Anthroposophie („Bewusstsein des Menschentums“) kann nicht nur den einzelnen Menschen zu selbständiger geistiger Orientierung anregen, sondern bringt Impulse für alle Gebiete der Kultur.“

Aus der Goetheanum Broschüre
„Inneres Leben – Meditation“